Carbon Footprint

Definition

Ein Carbon Footprint misst welchen Einfluss unsere Aktivitäten auf die CO2-Bilanz, und somit auf das Klima haben. Dabei werden sämtliche Treibhausgase, die ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Person produziert, betrachtet und summiert.

Im Allgemeinen wird zwischen direkten und indirekten Emissionen unterschieden. Die direkten Emissionen beziehen sich auf die unmittelbaren Aktivitäten eines Unternehmens, wie z.B. die Emissionen einer Produktionsanlage. Die indirekten Emissionen beziehen sich auf die Emissionen die während des Lebenszyklus von extern bezogenen Produkten entstehen und auf die man keinen direkten Einfluss hat.

Nach der Richtlinie der Greenhouse Gas Protocol Initiative (vgl. www.ghgprotocol.org) werden die Emissionen von 6 Gasen in die Betrachtung des Carbon Footprint mit einbezogen. Relevant sind CO2, CH4, N2O, HFCs, PFCs, SF6.

Innerhalb des GHG Protocol werden die Emissionen in 3 Bereiche eingeteilt:

  1. Direkte Emission der Anlagen, Produktionsstätten etc.
  2. Emissionen aus Elektrizitäts- und Wärmeverbrauch
  3. Emissionen verursacht durch extern bezogene Materialien, Pendeln, Dienstreisen (mit Auto, Bahn, Flugzeug), etc.

Bereich 1 und 2 sind verpflichtend bei der Durchführung eines Carbon Footprint. Die Betrachtung der Emissionen innerhalb von Bereich 3 ist optional.

Zweck und Anwendung

Durch die Erstellung eines Carbon Footprint können sämtliche emissionsrelevanten Tätigkeiten in den gewählten Betrachtungsrahmen (Grenzen) aufgedeckt werden. Aufbauend auf diesem Wissen können dann sinnvolle Einsparmaßnahmen identifiziert und umgesetzt werden.

Erste mögliche Maßnahmen um eine CO2-Bilanz zu senken:

  1. Verringerung von Dienstreisen (insbesondere Flüge, hier ggf. auch Kompensation möglich)
  2. Senkung des Papierverbrauchs z.B. unnötiges Drucken vermeiden
  3. Car-sharing, Fahrgemeinschaften, Nutzung des ÖPNV
  4. Energieeinsparungen, Energieeffizienzsteigerung etc.

Beispiel

Ist Recyclingpapier wirklich besser?

Welches Papier sollte man zum Drucken nehmen?

Durch eine Steigerung der Recyclinganteils in der Papierherstellung wird der Energieverbrauch sowie der Wasserverbrauch reduziert.

Generell kann man also sagen, dass Recyclingpapier besser ist!

Aber die Strombereitstellungsart bei der Papierproduktion ist sehr relevant für die mit der Produktion zusammenhängenden Emissionen und sogar wichtiger als der eigentliche Stromverbrauch während der Papierherstellung. Also auch wenn bei der Herstellung von Recyclingpapier weniger Energie benötigt wird, können mehr Emissionen anfallen.

Die Verwendung einer emissionsarmen Energie hat einen größeren Effekt auf die Emissionen bei der Papierherstellung als eine Steigerung des Recyclinganteils.

Die Energie die bei der Primärherstellung von Papier verwendet wird, kommt oft aus dem Holz selbst – es ist eine erneuerbare Energie und emissionsneutral. Aus diesem Grund kann die Papierprimärherstellung mit geringeren Emissionen verbunden sein, als die Herstellung von Recyclingpapier.

ABER: die Ergebnisse im Bezug auf die Emissionen hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Bei Primärpapier sollte darauf geachtet werden, dass das Papier mit dem FSC (Forest Stewardship Council) Siegel ausgezeichnet ist. FSC zielt darauf ab, Wälder zu erhalten. Und Papiere mit dem FSC-Siegel stammen sicher aus nachhaltiger Forstwirtschaft und garantieren den verantwortungsvollen Umgang mit dem Rohstoff Holz.

 


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