Kunststoffe

Definition

Als Kunststoffe bezeichnet man Materialien, deren Grundbestandteil synthetisch oder halbsynthetisch erzeugte Polymere mit organischen Gruppen sind. Der Werkstoff Kunststoff setzt sich zusammen aus:

  • mind. 50% Polymeren
  • Füllstoffen
  • Pigmenten
  • Additiven
Einteilen lassen sich die Polymere in drei verschiedene Gruppen

Thermoplaste

Thermoplaste lassen sich durch Energieeinwirkung/ Wärme formen und behalten nach dem Abkühlen die entsprechende Gestalt. Der Prozess ist reversibel. Die Moleküle liegen hauptsächlich nebeneinander und können bei Erwärmung aneinander vorbeigleiten.

Duroplaste

Das sind Kunststoffe, die chemisch bearbeitet und irreversibel in Form gebracht werden. Nach der Formgebung ist ausschließlich mechanische Bearbeitung der Duroplaste möglich. Sie sind meist hart und spröde. Die Moleküle sind engmaschig vernetzt und können beim Erhitzen nicht gleiten.

Elastomere

Zu den Elastomeren gehören alle Arten von vernetztem Kautschuk. Die Vernetzung erfolgt beispielsweise durch Vulkanisation mit Schwefel, mittels Peroxiden, Metalloxiden oder Bestrahlung. Die Moleküle bestehen aus Knäulen die bei Verformung auseinandergezogen werden und sich anschließend wieder verknäulen.




Thermoplaste Polyethen Plastikbeutel, Eimer, Frischhalte-Folie, Bierkästen, Schläuche, Flaschen von Reinigungsmitteln
Polypropen Einwegbecher, Joghurt-Becher, Batteriekästen, Schuhabsätze
Polystyrol Einwegbecher, Joghurt-Becher, Kugelschreiber, Dia-Rahmen, Tonbandkassetten, Beschichtung von Blumendraht
Polyvinylchlorid Fußbodenbeläge, Kabelummantelungen, Abflußrohre, Schallplatten, Duschvorhänge, Lüsterklemmen, Schläuche
Polyamid Dübel, Angelschnur, Brillengestelle, Kleidung
Polymethylmethacrylat Autorücklichter, Lineale, bruchfeste Verglasungen
Duroplaste Melami-Formaldehyd-Harz Kochlöffel, Oberfläche von Küchenmöbeln, elektr. Isoliermaterial
Aminoplaste Steckdosen, elektr. Isoliermaterial, Eierbecher, Tabletts, Lichtschalter, Becher
Elastomere Polyurethan Matratzen, Fugendichtung, Wärmedämmung, Schaumstoffe
Vulkanisierter Kautschuk Gummistiefel, Autoreifen, Latexhandschuhe, Gummibänder, Schnuller, Präservative

Prozesskette der Primärherstellung

Recycling

Werkstoffliches Recycling

Werkstoffliches Recycling geschieht in folgenden Schritten
  • Zerkleinern
  • Klassieren
    • Abscheidung
    • grober Störstoffe durch Siebung
    • von Papier durch Aeroklassierung
    • von Metall mittels Magnetscheider
  • Sortieren
  • Waschen/Reinigen
  • Trocknen
  • Granulieren
  • Homogenisieren

Rohstoffliches Recycling

Schritte rohstofflichen Recyclings:
  • Solvolyse (Hydrolyse, Glycolyse,  Methanolyse)
  • Hydrierung
  • Degradative Extrusion
  • Vergasung/ Methanolherstellung
  • Pyrolyse
  • Hochofenreduktion
  • Einsatz in Zementöfen

Thermische Verwertung

Siehe Thermische Verwertung

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